Donnerstag, 30. Dezember 2010

Marco Tschirpke - leise und genial!

 
Marco Tschirpke ist der wohl zauberhafteste Stern am Himmel der Kleinkunst. "Wo ein Wille ist, ist ein Weg, wo zwei Villen sind, ist der Weg verbaut", so singt Marco Tschirpke der Musikkabarettist, der Poet am Klavier. Er nennt seine Gedankenblitze Lapsuslieder, Pannenlieder und sie sind die wohlmöglich kürzesten der Welt.




Doch kann uns ein so begnadeter Wortwitz-Akrobat mit einem Lyrik-Band (Kategorien der Sorgfalt) überraschen und entzücken? Diese und andere Fragen klärt euer Fräulein S. am 15.01.2011 um 18:00 Uhr auf Radio Blau.
Schaltet ein, wenn es heißt: al dente - Fräulein S. "verführt" und bittet zu Tisch. Ein literarisches 5 Gänge Menü mit außergewöhnlichen Zutaten.


Die besten Grüße
euer Fräulein S.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Hergehört! - Wann wirst du Patenonkel?

Wann wirst du Patenonkel, Patentante, Patenfamilie u.s.w.? Mach mit und unterstütze die "LesBar" und ab Januar NEU "al dente". 

1. Übernimm eine Sendungspatenschaft für 50 Euro im Jahr. Wenn Du Radio Blau gezielt einschaltest, um Deine Lieblingssendung(en) zu hören, kannst Du eine SENDUNGSPATENSCHAFT für 50 Euro im Jahr übernehmen.

2. Werde Patentante / -onkel von Radio Blau für 100 Euro im Jahr. Wenn Du das Prinzip Radio Blau als solches unterstützt und generell fördern möchtest, dann werde PATENONKEL oder PATENTANTE von Radio Blau für 100 Euro im Jahr.

3. Spende Sendezeit für 9,43 Euro pro Stunde. Du kannst Radio Blau auch einfach SENDEZEIT für 9,43 Euro pro Stunde spenden, denn genau soviel betragen unsere Sende- und Leitungskosten für eine Stunde Radio Blau. Für Hörer/innen und Sympathisant/innen mit dem kleinen Geldbeutel ist das eine gute Möglichkeit sich zu beteiligen.

Wie in der heutigen Sendung erwähnt, darf jeder Patenonkel/jede Patentante in die Sendung (LesBar oder al dente), uns/mir über die Schultern schauen und sein Lieblingsbuch vorstellen. Mach mit!
(Achtung: Sendung geht erst ab Minute 5:00 los. Davor ist noch das Seniorenradio zu hören ;)).

Vorgestellte wurden:
Francesc Miralles - Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen
Denis Thériault - Das Lächeln des Leguans
Haruki Murakami - Schlaf
Burkhard Spinnen - Auswärtslesen
Olga Tokarczuk - Erzählungen: Der Schrank

Ein besonderer Dank geht an unsere Studiofee (Y. von der Sonne). Danke fürs "Knöpfedrücken" ;).

Die besten Grüße
euer Fräulein S.

Montag, 20. Dezember 2010

Fräulein S. braucht eure Hilfe!

Liebe Leser, liebe Radio Blau-Hörer, liebe Freunde,

die nächste LesBar Sendung läuft am 26.12.2010. Außerdem hat es euer Fräulein S. geschafft einen eigenen Sendeplatz am 15.01.2011 um 18:00 Uhr zu ergattern. Der Name der etwas anderen Literatursendung heißt - "al dente". Schaltet ein! Wenn Radio Blau aber 2011 nicht kommunal gefördert wird, dann könnt ihr euer Fräulein S. im Jahre 2011 nicht mehr hören. Deshalb bitte ich euch etwas Zeit zu investieren und einen Einspruch gegen einzelne Positionen des Haushaltsplans 2011 zu erheben.

Noch bis Dienstag, 21. Dezember 2010, können alle Leipziger Einsprüche gegen einzelne Positionen des Haushaltsplanes 2011 erheben und damit auch Einfluss auf den Kulturamts-Etat im kommenden Jahr nehmen.
Der Stadtrat muss diese vor dem endgültigen Beschluss des Haushaltes2011 in einer öffentlichen Sitzung beraten und dazu Stellung nehmen. Diese Einsprüche im Bürgerbeteiligungsverfahren können auch bequem online erhoben werden. Unter http://www.haushaltsplanrechner-leipzig.de gibt es einen interaktiven Haushaltsplan. Die Leipziger sind einladen, sich den Haushaltsplanentwurf der Stadt Leipzig für 2011 anzuschauen. In dieser Plandarstellung können auch online Änderungen durchgeführt und begründet werden. Mit der Absendung des Vorschlages wird der Einspruch Stadtrat zugeleitet und fließt in die  laufenden Verhandlungen zum Haushaltsplan 2011 ein.
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Ich bitten alle, Radio Blau zu unterstützen. Je mehr Menschen sich hier für Radio Blau einsetzen, desto stärker wird deutlich, dass Radio Blau in Leipzig gebraucht wird und wir hoffen, dass dadurch parteiübergreifend abgeordnete Stadträte der finanziellen Förderung von Radio Blau für 2011 doch noch zustimmen werden.

Und hier das Vorgehen:
Einsprüche über die Höhe des Kulturetats können wie folgt gemacht werden:

http://www.haushaltsplanrechner-leipzig.de aufrufen

unter "Verwaltungshaushalt" auf die Kategorie Kultur" klicken - dann noch einmal auf den Punkt "Sonstige Zuschüsse"

Im ersten Anstrich "Zuschüsse für Vereine und Verbände" ist der Kulturetat zur Förderung aller Projekte des Kulturamtes in der Stadt enthalten.
In der zweiten Spalte sind die Einnahmen in diesem Bereich  angegeben - in diesem Fall natürlich null.

In der dritten Spalte sind die geplanten Ausgaben in diesem Bereich angegeben: 3.283.600 Euro. Das Fragezeichen am Anfang der Zeile liefert weitere Informationen.

In der vierten Spalte ist die Differenz angegeben. Mit einem Klick auf diese Zahl, können Änderungen daran vorgenommen werden.

Unter "Neuer Zuschuss" kann jetzt der persönlich für notwendig gehaltene Betrag für die Förderung der reien Kultur in Leipzig eingegeben werden. Auch eine kurze Begründung wird hier erwartet. Es ist kein Deckungsvorschlag notwendig. Auch die subjektive Meinung, das ein spezielles Projekt mehr Geld bekommen sollte, ist eine akzeptable Begründung. - Um entsprechend dem Stadtratsbeschluss bis 2013 schrittweise 5% des Kulturetats zu erreichen, wären 2011 ca. 4,0 % notwendig - also reichlich 4.400.000 €.
Begründungshilfe:
"20.000 Euro für das Bürgerradio "Radio Blau". Seit 1995 sendet Radio Blau in und für Leipzig. Radio Blau ist eine kulturelle Alternative zu den anderen so genannten professionellen Radios und muss erhalten bleiben. Die instutionelle Förderung kann es Radio blau ermöglichen, 2011 die vielen Projekte on air zu präsentieren. Bei Radio Blau machen Kinder und Jugendliche, ausländische MitbürgerInnen, SeniorInnen und BürgerInnen Radio und machen das kulturelle Leben dieser Stadt öffentlich und transparent. Bei Radio Blau kann Mann und Frau sich beteiligen und wird beteiligt. Der Demokratiepreis - den Radio Blau 2010 erhielt, sollte gerade für Leipzig Anlass genug sein, dieses Radio in seinem Existenzkampf zu unterstützen."

Mit "Speichern" wird dieser Vorschlag beendet.

Jetzt können weitere Positionen bearbeitet werden. Beispielsweise findet man unter "Jugend und Familie" / "Dienstleistungen und Einrichtungen der Jugendhilfe" / "Zuschüsse an Vereine und Verbände" den Jugendhilfeetat.
In einem Kasten in der rechten oberen Ecke des Bildschirms sieht man am Ende, was die eigenen Vorschläge für die Stadt bedeuten. Unter "Einsprüche absenden" wird man jetzt aufgefordert, sich mit seinem Namen und seiner vollständigen Adresse zu legitimierten. Das ist notwendig, da Einsprüche nur von Leipzigern vorgebracht werden dürfen. Mit "absenden" wird alles an den Stadtrat übertragen.

Fertig. So einfach kann Mitwirkung sein!
Die besten Grüße
euer Fräulein S.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Rezension - Francesc Miralles: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

Rezensentin: Fräulein S.

Francesc Miralles: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen. List Taschenbuch, 6. Auflage 2010, Preis: 8,95 €

Wenn sich mehr als zwei unvorhergesehene, unbekannte Akteure im eigenen Gravitationsfeld bewegen, können minimale Änderungen der Ausgangssituation im Laufe der Zeit zu großen nicht vorhersagbaren Änderungen fester Gewohnheiten und Lebenseinstellungen führen. Der Schmetterlingseffekt oder anders gesagt: "Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen".

Samuel de Juan ist 37 Jahre alt und führt ein geradezu langweiliges und unspektakuläres Leben. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes lethargisch. Er weiß sein Leben nicht zu ändern und so belässt er alles, so wie es ist. Samuel existiert und spult seinen Tagesrhythmus nach immer gleichen Ritualen und Mustern ab. Um Spontaneität, Impulsivität und unerklärliche Zauberei in seiner Vita, macht er einen möglichst großen Bogen. Samuel ist Literaturdozent am Germanistikinstitut in Barcelona und außer den Studenten in seinem Seminar hat er kaum soziale Kontakte. Er kauft sich gerne Bücher, die er recht hübsch verpacken lässt und sich selbst schenkt. Samuel hat niemanden, außer einer Schwester, die er fast nie sieht und geht täglich mit der großen Furcht schlafen, er könne so enden wie der Mann aus Tokio. Dieser hatte drei Jahre tot in seiner Wohnung gelegen, bis man ihn fand.
In der Silvesternacht fühlt sich Samuel zum ersten Mal wirklich einsam und verlassen. Schnell möchte er den Feiertag beenden und schläft mit den Gedanken „Wieder ein neues Jahr. Und wieder wird es nichts Neues bringen.“ ein. Tja, nur leider hat Samuel die Rechnung ohne den „Schmetterling“ gemacht und sich ganz unglaublich geirrt.
Die Katze Mishima sorgt dafür, dass seine Einsamkeit in kürzester Zeit bevölkert wird. Gerafft lassen sich die Stationen und Ereignisse in der Geschichte folgendermaßen übertiteln : Teller Milch – Katze – Titus der Redakteur – Eisenbahnschiene – Gabriela – Café – Valdemar mit Heimweh nach der Zukunft und der dunklen Seite des Mondes hinterherjagend – Schubert – Mendelssohn – Gabriela – Titus (Krankenhaus) – Café – Valdemar – Mendelssohn – Gabriela – der 17 Minuten Mann – viele weiter unvorhergesehene Ereignisse – Hoffnungslosigkeit – Schwermut – ein Flügelschlag. Schritt für Schritt erkennt Samuel, dass nicht das Vollkommene erstrebenswert ist, sondern die kleinen Dinge des Lebens die saftigen Früchte hervorbringen. "Man tut eine kleine gute Tat, gibt ein kleines bisschen Liebe und löst damit eine Kette von kleinen, aber bedeutsamen Ereignissen aus, die einem die Liebe doppelt und dreifach zurückgeben. Am Ende kannst du nicht mehr dahin zurück, wo du hergekommen bist, selbst wenn du es wolltest. Weil diese neuen Wege dich zu sehr verändert haben."

Francesc Miralles schenkt uns mit "Samuel und die kleinen Dinge des Lebens" ein anmutiges Leseabenteuer. Bis zur letzten Seite bleibt das Buch spannend, überraschend und verzaubert den Leser augenblicklich. Unvermittelt solidarisiert man sich mit den kuriosen Gestalten und amüsiert sich über die ein oder andere Marotte. Ein wunderbares Buch, das uns auf bewundernswerte Weise deutlich macht, wie einfach und schön das Leben sein kann, wenn man sich dem Alltag, den fremden Dingen und der Magie stückweise öffnet.

Francesc Miralles wurde 1968 in Barcelona geboren. Er studierte Germanistik und arbeitete einige Jahre als Verleger, bevor er selbst zu schreiben begann. Neben Sachbüchern verfasste er sowohl Romane für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene. 2009 erhielt er den renommierten Premio de Novela Cindad de Torrevieja. Francesc Miralles lebt als Schriftsteller und Musiker in Barcelona.


Die besten Grüße
euer Fräulein S.