Mittwoch, 23. Oktober 2013
Dienstag, 22. Oktober 2013
Buch der Woche
Die Sonnenposition
Marion Poschmann
Marion Poschmann schreibt sowohl Gedichte als auch Prosa. In ihrem
Roman Die Sonnenposition lässt sie
Alfried Janich die Bühne betreten. Janich, den Ich-Erzähler, hat es beruflich
aus Westdeutschland in die Mark Brandenburg verschlagen, in ein
heruntergekommenes Barockschloss, in dem eine psychiatrische Klinik
untergebracht ist. Alfried Janich ist Psychiater.
Die Sonnenposition ist ein
Buch der Gegensätze, der Leser pendelt zwischen Tag und Nacht, hell und dunkel,
krank und gesund und Leben und Tod. Mit dem Tod des langjährigen Freundes Odilo,
beginnt Alfried Janich zu erzählen, in Rückblenden, Krankheitsgeschichten der
Patienten, Reflexionen und Beobachtungen. Brücken werden geschlagen zwischen
Vergangenheit und Gegenwart, Wahn und Wirklichkeit, Familiengeheimnissen und
deutscher Vergangenheit.
Alfried glaubt, für die Patienten die Sonnenposition einnehmen zu
müssen, ihnen Orientierung und Trost zu geben. Paradoxerweise hat man aber als
Leser das Gefühl, dass Alfried der Ziel-und Planlose ist, dem ein Fels in der
Brandung beiseite gestellt werden müsste. Er rast in den Nächten Erlkönigen
hinterher, versucht die Beziehung zu seiner Schwester zu analysieren und den
Geheimnissen auf die Spur zu kommen und fragt sich letztendlich, weshalb er
seinem (toten) Freund Odilo so verfallen ist. Wer braucht hier wen und weshalb?
Quintessenz des Romans ist, dass sich verlorene Zeit nicht
wiedergewinnen lässt. Es ist ein Tag-Nacht-Roman, in dessen Zentrum drei
nachtaktive Menschen stehen: der Psychiater Altfried, seine Schwester Mila und
sein Freund, der Biologe Odilo, den beide Geschwister unglücklich lieben.
Marion Poschmanns lange erwartete neue Prosa ist ein Buch über
Deutschland aus der Sicht der Kriegsenkel. Ein Roman über die Macht der Zeit,
über Erinnerung und zeitlose Verbundenheit. Ein Roman über fragile Identitäten,
über den schönen Schein und die Suche nach dem inneren Licht – funkelnd,
glasklar und von subtiler Spannung.
Zu Autorin:
Marion Poschmann wurde 1969 in Essen geboren. Sie wuchs in Mülheim an
der Ruhr und in Essen auf. 1989 bis 1995 studierte sie Germanistik, Philosophie
und Slawistik, zunächst in Bonn und ab 1992 in Berlin, 1994 außerdem Szenisches
Schreiben an der Berliner Hochschule der Künste. 1997 bis 2003 unterrichtete
sie Deutsch im Rahmen des deutsch-polnischen Grundschulprojekts Spotkanie heißt
Begegnung. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Berlin und ist Mitglied im
P.E.N. (Poeten, Essayisten, Romanciers), eine internationale
Schriftstellervereinigung.
Die Sonnenposition, Marion Poschmann, Suhrkamp
Verlag; Auflage: 1/18. August 2013, 337 S.,
ISBN-13: 978-3518424018
Montag, 21. Oktober 2013
Vorhersage - al dente 22.10.2013
In der Oktoberausgabe wird es brisant. Vorgestellt werden Clemens Meyers neuer Roman "Im Stein", William Somerset Maughams "Auf Messers Schneide" und 365 philosophische Miniaturen.
Schaltet ein, wenn es am 22.10.2013 um 18:00 Uhr heißt: "Willkommen zu al dente...".
Tags:
al dente,
Buchvorstellung,
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Sendung,
Unterhaltung,
Vorhersage
Donnerstag, 3. Oktober 2013
Spieltrieb...Juli Zeh der Film
Und wieder einmal wird ein Roman verfilmt. Spieltrieb, der Roman von Juli Zeh. Regisseur Gregor Schnitzler ("Die Wolke", "Soloalbum") bringt den Film ab Oktober in die Kinos und hier gibt es den ersten Trailer zu sehen.
Tief im Westen der Republik in unseren Tagen, an einem Bonner
Gymnasium, entwickelt sich die atemberaubende Geschichte einer obsessiven
Abhängigkeit zwischen einer Schülerin und einem Schüler, Ada und Alev, aus der
sich erst die Bereitschaft, dann der Zwang zu Taten ergibt, die alle Grenzen der
Moral, des menschlichen Mitgefühls und des vorhersehbaren Verhaltens
überschreiten. Die beiden jungen Menschen wählen sich ihren Lehrer Smutek als
Ziel einer ausgeklügelten Erpressung. Es beginnt ein perfides Spiel. Ganz ruhig
fängt das alles an...doch das wird sich ändern ...
Mittwoch, 2. Oktober 2013
Montag, 30. September 2013
Buch der Woche
Tannöd
Andrea Maria Schenkel
Ein Sechsfachmord auf dem
Einödhof Tannöd, Mitte der 50er Jahre. Zusammengeschrieben und komprimiert hat
den Ramona die deutsche Autorin Andrea Maria Schenkel, die dafür 2007 den
Deutschen Krimipreis erhielt.
Es dreht sich alles um einen
Mordhof, einsam gelegen in Tannöd. Eine ganze Familie wird in einer Nacht
ausgelöscht und im Dorf geht die Angst noch immer um, denn vom Mörder fehlt
jede Spur. 4 Tage bleibt der Sechsfachmord unentdeckt. Erst als ein Mechaniker
mehrere Stunden einen Motor am Hof repariert, ohne einen Menschen zu sehen,
beschließen er und die Männer aus dem Nachbardorf, der Sache auf den Grund zu
gehen. Da alle Türen verriegelt sind,
brechen sie die Stalltüren auf und betreten einen rätselhaften Tatort.
In 36 kurzen Abschnitten werden
die Perspektiven der Opfer, der Ortsansässigen und des Täters miteinander
verknüpft. Stilistisch gesehen, handelt es sich bei den Abschnitten um teils
kurze Erzählpassagen, größtenteils jedoch isolierte Zeugenaussagen, die sich
erst nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügen.
Der Hintergrund beziehungsweise
die Vorlage für den Ramon, sind Details eines Mordes, der sich 1922 auf dem
nicht mehr existenten oberbayrischen Einödhof Hinterkaifeck ereignete.
Die Morde in Hinterkaifeck bilden
die reale Vorlage zur Erzählung „Tannöd“. Eine Auflösung des realen Falls in
Hinterkaifreck gibt es nicht. Erst 1955 wurde die Polizeiakte geschlossen, ohne
dass die Ermittler einen Täter hätten finden können.
Und auch weiterhin beschäftigen
sich Menschen mit dem Verbrechen. Eine Abschlussklasse der Kriminalpolizei
Fürstenfeldbruck etwa oder eine selbsternannte „Soko Hinterkaifeck“, die sich
im Internet rege diskutiert.
Tannöd, Andrea Maria
Schenkel, Nautilus, 125 Seiten, ISBN: 978-3-89401-479-7
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