... und ich bin dabei. Bin mir noch nicht ganz sicher auf was ich mich da eingelassen habe, ich Angsthase.
Aber irgendwann ist immer das erste Mal. :)
Sonntag, 1. März 2015
Freitag, 30. Januar 2015
Unterwegs mit Hipstamatic
P u d e r auf den D ä c h e r n,
warmes G e s ö f f in unseren B e c h e r n.
Klirrende K ä l t e schmerzt im G e l e n k,
und wieder ein warmes G e t r ä n k.
Der W i n t e r in seiner vollen P r a c h t,
leise kommt er, über N a c h t.
fA. -saNd., 2014
Samstag, 17. Januar 2015
Lyrik
oh wie bitt ich stumm, geh
es wär ein schöner tag, fruchtbar wie grüner klee
vierblättrig mit neuen wegen
könnt ich sorgenlos neuen dingen entgegenstreben
willst es doch auch, magst es nur nicht wagen
deine angst, mit dem letzten adieu zu sagen
die fährte hast du aufgenommen
kurz vor dem ziel, wirkst du ganz benommen
greifst nach den fingern, die ich verstecke
wirfst mit schuld, die du deponierst an jeder ecke
hab einen dolch, den namen vergessen
würd ihn dir geben, er könnte mich retten
greif zu, du musst nichts zahlen
würd derweilen bunte striche an häuserwände malen
würd zusehn wie die gräser sprießen
würd kleine pollenflocken aus der nase niesen
würd mit der sonne um die wette rappen
und meine wunden mit moss bedecken
aus alt mach neu
aus schlecht mach gut
mut und nochmals mut
mach dem ein ende
schenk mir einen neuanfang
die gegenleistung - dank
ein ganzes leben lang
fA.-saNd. 2011
Mittwoch, 14. Januar 2015
Dienstag, 13. Januar 2015
Autsch!
202 Gäste? Das ist ja mal voll die fette Familien-Party gewesen.
Ich habe recherchiert........
Auszüge aus Spiegel online.
"In der Nähe des Dorfes Chitima waren Verkäufer des Traditionsgetränks "Pombe" und Trauergäste nach einer Beerdigung am späten Freitagabend zusammengekommen und hatten das selbst gebraute Bier getrunken."
Na dann Prost (Mahlzeit)!
Montag, 7. April 2014
Jenseits von BEGABT und UNBEGABT...Teil 14
Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich zu wenig mit meiner Lebensmittel-Umwelt beschäftige. Es gibt tatsächlich Menschen die das Verhalten von Waffeln studieren. In diesem Fall die Standhaftigkeit.
Da sich nicht alle Waffeln gleichen, haben wir hier noch ein anderes Exemplar einer unerschütterlichen Waffel...
Mittwoch, 2. April 2014
Neuerungen
Die al dente Sendung hat einen neuen Sendeplatz. Ab April wird sonntags (14tägig) in der Zeit von 17:00 - 18:00 Uhr das etwas andere Literaturmagazin über den Äther geschickt.
Los geht´s am 13.04.2014 und dann 14tägig.
Diesmal im Programm:
1. Ein mehrstrophiges erzählendes Gedicht, das mittelalterlich-märchenhafte, zeitgenössische Stoffe aufgreift und sich durch die Hinführung der Handlung zu einem pointierten Schluss auszeichnet .
2. Ein Hörstück aus 1001 Nacht.
3. Die Rubrik: Verfilmte Romane. Ganz aktuell mit der Bücherdiebin.
Samstag, 8. Februar 2014
Wochenende
:) Eine Stunde HAPPY!!!!!!!!
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Freitag, 7. Februar 2014
Gedicht des Monats - Simon Dach
Die beste Zeit zum lieben.
Die sonne rennt mit prangen
Durch ihre frühlings-bahn /
Und lacht mit ihren wangen
Den runden welt-kreiß an.
Der himmel kömmt zur erden /
Er wärmt und macht sie naß /
Drum muß sie schwanger werden /
Gebiehret laub und graß.
Der west-wind läßt sich hören /
Die Flora / seine braut /
Aus liebe zu verehren
Mit blumen / graß und kraut.
Die vögel kommen nisten
Aus fremden ländern her /
Und hengen nach den lüsten;
Die schiffe gehn im meer /
Der schäfer hebt zu singen
Von seiner Phyllis an /
Die welt geht wie im springen /
Es freut sich / was nur kan.
Drum wer anitzt zu lieben
Ein gutes mittel hat /
Der flieh es auffzuschieben /
Und folge guten rath.
Weil alles / was sich reget /
In dem es sich verliebt /
Und sich zu gleichen leget /
Hiezu uns anlaß giebt.
Freitag, 31. Januar 2014
Buch der Woche
Der Hundertjährige der aus dem Fenster sieg und verschwand
Jonas Jonasson
In den 1970er-Jahren dachte man, dass Alterungsprozesse und das
erreichbare Lebensalter im Wesentlichen genetisch festgelegt sind. Ob man lange
rüstig und aktiv sein kann oder schnell degeneriert, wäre demnach eine Frage
der Gene – und damit Schicksal. Diese Ansicht hat sich deutlich verändert.
Heute gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich nur rund 30 Prozent des
Alterungsprozesses auf genetische Faktoren zurückführen lassen. 70 Prozent
werden indes durch unsere Lebensweise beeinflusst. Dazu passt die Beobachtung
von der japanischen Insel Okinawa. Dort werden die Menschen so alt wie sonst
nirgendwo auf der Welt. Man hat festgestellt, dass die Menschen auf Okinawa von
Kindesbeinen an lernen, sich niemals zu überessen. Es bleiben immer rund 30
Prozent des Magens ungefüllt. Die Art der Ernährung scheint also ein
wesentlicher Aspekt dieses Älterwerdens zu sein. Entscheidend ist aber die
Botschaft: Es liegt durch unsere Lebensweise zum größten Teil in unserer
eigenen Hand, wie wir älter werden.
Fünf Dinge sind wirklich essenziell für ein langes und gesundes Leben:
Ernährung, Bewegung, Regeneration,
Entgiftung sowie insbesondere Stressmanagement und Lebensfreude.
Da hat Allen Karlsson anscheinend alles richtig gemacht.
Allan Karlsson ist die Hauptperson in Jonas Jonasson`s Roman „Der
Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Allen Karlsson blickt
auf ein sehr ereignisreiches Leben zurück. Er ist weit herum gekommen in der
Welt, hat, obwohl gar nicht an Politik interessiert, einige wichtige politische
Persönlichkeiten getroffen. Doch jetzt soll er seinen 100. Geburtstag im
Altersheim verbringen, wo allerlei merkwürdige Verbote gelten. Da Allan sich
allerdings sowohl körperlich als auch geistig noch recht fit und gar keine Lust
auf die Geburtstagsparty hat, steigt er kurzerhand aus seinem Fenster und macht
sich auf den Weg zu Bahnhof. Dort stielt er einem jungen Mann seinen Koffer, der ganz zufällig keine
Wechselkleidung, sondern 50 Millionen illegales Geld, enthält. Mit seinen neu gewonnen Freunden stürzt Allan sich in ein Abenteuer.
Der Roman spielt in der Gegenwart, springt jedoch immer wieder in die
Vergangenheit zurück und schildert chronologisch Allans bisheriges Leben.
Allen Karlsson der Jahrhundertzeugen, der wider Willen in sämtliche
wichtigen politischen Ereignisse verwickelt wird und es dennoch schafft, sich
aus allem herauszuhalten, kann vielen gewissenhaft rezensierten Werken der
Gegenwartsliteratur das Wasser reichen - oder besser: den Wodka.
Denn wie man es bei einem so durch und durch schwedischen Epos
erwarten darf, wird hier ordentlich getrunken und gern darüber geredet. Vor
Leuten, die nicht trinken, solle er sich in Acht nehmen, hat der Romanheld
Allan Karlsson von seinem Vater gelernt, der in Russland vom Sozialisten zum Zarenverehrer
mutierte und bei der Verteidigung seines zehn Quadratmeter großen, zur
"unabhängigen Republik" erklärten Privatgrundstücks von Lenins
Soldaten erschossen wurde. Dieser Lebenslauf en miniature bildet das Prinzip
der gesamten Erzählung ab: Ideologien werden als lächerliche Konstrukte
entlarvt, und die Tragik des kleinen Mannes wird mit der Komik des
weltpolitischen Geschehens verflochten. Als Lebensmotto taugt, wie sich
herausstellt, einzig der Satz, den Allans Mutter sprach, als sie vom Tod ihres
Gatten erfuhr: "Es ist, wie es ist, und es kommt, wie es kommt." Das
heißt freilich nicht, dass das, was ist und was kommt, keinen Spaß machen darf.
Der Schreibstil des Romans ist sehr locker gehalten und mit Witz
geschrieben. Während des Lesens musste ich viel lachen und schmunzeln. Die
Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit finde ich sehr passend. Somit bekommt
man einen Überblick über wichtige Krisen der letzten hundert Jahre, die
allerdings übertrieben dargestellt sind.
Ein gelungenes Buch.
Der Hundertjährige der aus dem
Fenster stieg und verschwand, Jonas Jonasson, 416 Seiten, carl's books- Verlag,
ISBN-10: 3570585018
Donnerstag, 23. Januar 2014
Buch der Woche
Ente, Tod und Tulpe
Wolf Erlbruch
Ein Thema das in unserer westlichen Kultur angstbesetzt ist. Der Tod.
Irgendwann stellt jedoch jedes Kind die Frage nach dem Tod. Ganz
unbefangen. Ebenso wie Kinder das Leben neugierig entdecken, stoßen sie auf das
Sterben und erwarten und benötigen ehrliche Antworten. Alle Eltern wissen das
und haben selten eine unbefangene Antwort parat. Dass es nicht immer leicht
ist, sich diesen Fragen in einem Bereich, der uns selbst verunsichert und an
Grenzen stoßen lässt, zu stellen, ist verständlich. Um Kinder mit ihren Fragen
und ihrer Trauer jedoch nicht allein zu lassen, ist es umso wichtiger, auf
diese einzugehen, Gefühle (mit-)zuteilen und zu begleiten.
In Wolf Erlbruchs "Ente, Tod und Tulpe" ist der Tod ein
leichtfüßiger Begleiter, schon immer da, man merkt's nur nicht und eine
hervorragende Lektüre, um sich dem Thema anzunähern. Wolf Erlbruch erzählt eine
Geschichte vom Sterben, die für Kinder und Erwachsene je eigene Rezeptionsmöglichkeiten
bereithält. Es wird eine einfache, auf zwei Figuren reduzierte Geschichte
erzählt.
Eines Tages merkt die Ente, dass sie nicht allein ist: der Tod ist bei
ihr. Er folgt ihr auf Schritt und Tritt, er behauptet sogar, schon ihr ganzes
Leben bei ihr zu sein. Die Ente bekommt gehörigen Schreck. Aber dann spricht
sie mit dem Tod, er erklärt ihr, wer er ist, und es stellt sich heraus:
eigentlich ist er ganz nett. Er kommt auch nicht, um sie tot zu machen, denn
„dafür sorgt schon das Leben“. Die beiden tun zusammen Entendinge, sie
schwimmen, wärmen sich nachts und unterhalten sich darüber, wie die Ente sich
das Totsein vorstellt. Und sie machen noch etwas Aufregendes. Und schließlich
endet es, wie es enden muss, wenn der Tod einen schon eine Weile begleitet.
Aber irgendwie ist das nicht mehr so schlimm.
Das Buch gibt keine Antworten und stellt keine Behauptungen auf, es
folgt keiner Religion und fabuliert nicht irgendwelche Tröstlichkeiten herbei.
Wir wissen hinterher immer noch nicht, ob die Ente in einen Entenhimmel kommt
oder was mit ihr passiert. Aber der Tod ist der Ente zu einem Freund geworden,
er ist die ganze Zeit bei ihr, er begleitet sie, spricht mit ihr, er hat sogar
Humor, und am Ende schenkt er ihr seine Tulpe – die außer im Titel übrigens
ausschließlich auf einigen Bildern auftaucht. Im Text wird sie kein einziges
Mal erwähnt. Und die Bilder von Wolf Erlbruch sind mal wieder, wie die Bilder
von Wolf Erlbruch eben sind: schlicht und wunderschön und irgendwie berührend.
Für Kinder werden die Ente und der Tod Freunde, die sich über das
Sterben unterhalten und sich umeinander kümmern. Werden Kinder die bildliche
Darstellung des Todes merkwürdig finden? Vermutlich nicht, denn der Tod ist
kein Sensenmann, keine gruselige Kapuzengestalt. Der Tod, ein freundlicher
Schädel, trägt einen hochgeschlossenen beige-karierten Mantel, der fast ein
wenig an einen Schlafrock erinnert, und ein Paar dunkle Pantoffeln und
Handschuhe. Außerdem hat er stets eine schwarze Tulpe dabei.
Kinder werden fragen, weil sie möglicherweise Sätze wörtlich nehmen:
kann der Tod schleichen? Wieso hat die Ente ihn nicht gesehen, wenn er immer da
war? Erwachsene verstehen die Bilder, die Erlbruch gefunden hat: der Tod ist
nicht größer als die Ente, er passt zu ihr, er ist ihr Tod. Erwachsene die sich
immer öfter bei Beerdigungen treffen, wissen plötzlich, das der Tod ihnen näher
rückt, und auch für die nicht fassbare Vorstellung, dass die Welt für uns nur
da ist, weil wir da sind, gibt es ein Bild: als die Ente ihren Teich von oben
sieht, wird ihr ganz komisch, so ist er also, der Teich ohne Ente, einsam. Wenn
die Ente zum Schluss den Tod bittet, sie zu wärmen, ihren Tod annimmt, lässt
uns das innehalten – und dann blättert man von vorn.
Großartig, wie Erlbruch mit minimalen Änderungen in der Haltung und
Mimik der Ente ihre Stimmungen sichtbar macht, fröhlich, nachdenklich,
schnattrig, verwirrt. Toll die Konzentration auf Ente und Tod. Ein sehr
gelungenes Buch.
Zum Autor:
Wolf Erlbruch, geboren 1948, studierte Grafik-Design und war als
Illustrator in der Werbebranche tätig, bevor er Ende der 80er Jahre begann,
Kinderbücher zu schreiben und zu illustrieren. Er ist Professor an der
Bergischen Universität Wuppertal. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt Wolf
Erlbruch 2003 den Gutenbergpreis der Stadt Leipzig für sein Gesamtwerk und den
Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Peter Hammer Verlag
erschienen u.a.: „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf
gemacht hat“
Ente, Tod und Tulpe, im Kunstmann Verlag 2010 erschienen.
Wie ziehen Bücher um?
Wie kommen gefühlte 5000 Bücher (wahrhaftig nur über 1000) von A nach B? Am besten in IKEA-Tüten. Solltet ihr auch irgendwann einmal mit euren vielen Büchern umziehen, dann empfehlen wir (ich und die Umzugshelfer) euch - die Bücher nicht in Kartons zu schichten, sondern in IKEA Tüten zu investieren. Die tragen sich besser und sind Umzugshelferschonender. :)
![]() |
| Nur ein kleiner Teil vom Ganzen. |
Freitag, 8. November 2013
Donnerstag, 7. November 2013
Buch der Woche
Ein philosophischer Gedanke für
jeden Tag
Janine Casevecchie
Ein kleines geschmackvoll illustriertes Buch, namens „Ein
philosophischer Gedanke für jeden Tag“. Es eignet sich hervorragend als
Geschenk oder zum täglichen selberlesen.
Vielleicht wollt ihr aus dem stressigen Alltagsgewusel raus, der
Routinespirale entfliehen, dann sollte ab heute oder morgen zu Beginn jeden
Tages ein philosophischer Gedanke stehen. In diesem Buch findet ihr 365
philosophische Miniaturen, Weisheiten berühmter Dichter und Denker, wie Camus,
Platon, Dostojewski, Nietzsche oder Hesse. Eine Fülle von geistreichen
Anregungen eröffnet neue Sichtweisen, hilft den Alltag ein wenig leichter zu
nehmen und lädt ein zum Blättern und Nachdenken.
Erschienen ist das kleine Buch 2010 im Knesebeck-Verlag und ist und
bleibt zeitlos. Die Zitate verlieren nicht ihre Gültigkeit und die
Seitenlayout-Gestaltung kann auch noch in den nächsten 10 Jahren mithalten.
Kurze und kurzweilige Gedankenreisen ins Reich der Philosophie.
Ich habe kein wirkliches Lieblingszitat, aber einige Favoriten:
Hoffnung ist die Verwechslung des Wunsches einer Begebenheit mit ihrer
Wahrscheinlichkeit. (Schopenhauer, Arthur)
Zwischen zu früh und zu spät liegt immer nur ein Augenblick. (Franz
Werfel)
Der Mensch ist das einzige Wesen, das nicht sein will was es ist.
(Albert Camus)
Ein philosophischer Gedanke für
jeden Tag, Janine Casevecchie, 384 Seiten- mit 380 Illustrationen, Erschienen: 10.2010,
14,95 €
Knesebeck, ISBN-978-3-86873-181-1
Mittwoch, 6. November 2013
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Was lese ich gerade?
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand - Jonas Jonasson
Der Jubiliar Allan Karlson büchst an seinem 100.Geburtstagstag aus. Er steigt kurzerhand aus dem Fenster des Altenheims und macht sich auf den Weg. Wohin, das weiß er selber nicht. Und dann kommt eins zum anderen. Ein alter Mann auf der Fluch, tödliche Unfälle und ein Elefant.
Und nebenbei erfährt der Leser die irrwitzige Lebensgeschichte eines Mannes, der sich nicht für Politik interessiert, aber in den letzten hundert Jahren trotzdem immer in die großen historischen Ereignisse verwickelt war.
Wie bin ich zu dem Buch gekommen?
Davon gehört und neugierig geworden...
Dienstag, 29. Oktober 2013
Buch der Woche
Im Stein
Clemens Meyer
Clemens Meyers neuer Roman ist ein 560 Seiten Klotz und man
möge sich bitte nicht von der Seitenzahl abschrecken lassen und sich auf Grund
dessen dagegen entscheiden. „Im Stein“
ist ein Buch über unser Land, die Stadt Leipzig (auch wenn dies namentlich kein
einziges Mal erwähnt wird), über die unsichtbare Gegenwart.
Es dreht sich alles um Prostituierte, Luden,
Wohnungsvermieter, Kunden, Kinder, Hells Angels und Könige der Nacht. Clemens
Meyer schreibt über ein Tabuthema, in der sich viele Menschen bewegen, ohne
darüber zu sprechen.
Im Zentrum stehen die Frauen, die Prostituierten, die
keinesfalls als Opfer dastehen. Sie wägen in inneren Monologen, in
Selbstgesprächen das Für und Wider ab, verdammen sie, reden sie schön und
stellen die Tätigkeiten in jeder Einzelheit dar. Doch Vorsicht!
Hier werden keine Männerfantasien bedient oder der Akt an sich gar
romantisiert. Hier werden Tatsachen beschrieben.
In 22 Kapiteln, wechselt pausenlos die Zeit, Szenerien und
Figuren. Zeitlich bewegen wir uns und springen auf einer Zeitschiene die von
den Neunzigern in die frühen Nullerjahre reicht. Clemens Meyer beleuchtet die
Moral der Sexindustrie, die Aufteilung des Marktes in den neuen Bundeländern und
der Stadt Leipzig. Aus dem Osten Europas strömen Sexarbeiterinnen nach Sachsen
und Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg, aus dem Westen rücken Bordellbonzen
an. Der Aufbau Ost auf die harte Tour. Und immer wieder driftet das Geschehen auch
ins Fantastische, Traum-, Albtraum- und Science-Fiction-Hafte.
Eine auch sehr wichtige und immer wiederkehrende Romanfigur
ist Arnold Kraushaar, der über ein kleines Imperium von
Prostituierten-Apartment herrscht. Er kassiert einige Hunderte dieser Wohnungen
in seiner Stadt ab, geht noch mal zur Uni und erleidet einige Blessuren bei
verteilungskämpfen im Milieu.
Clemen Meyer hat für diesen Roman viel recherchiert, so dass
„Im Stein“ letztendlich überzeugend, präzise, umfassend und authentisch
herüberkommt. Man glaubt im Zentrum des Geschehens zu sein, wenn Clemens Meyer
das Prostitutionsmilieu abbildet und
beschreibt. Die unterschiedlichen Arbeitsplätze (Straße, Club, Wohnwagen,
Container, Laufhäuser, Wohnungen), die Gruppierungen und Organisationen, das
2002 verabschiedete Prostitutionsgesetzt – wirkt, als wäre Clemens Meyer in der
beschriebenen Welt aufgewachsen. Es ist verrückt und unheimlich, wie gut er
sich in dieser Welt auszukennen scheint.
Was stimmt denn nun überhaupt in dieser Welt. Das
Gewöhnliche ist phantastisch in diesem Roman und das Phantastische gewöhnlich,
schmierig und gemein. Es geht um unsere Welt, den unsichtbaren Teil davon.
Clemens Meyer wurde am 1977 in
Halle an der Saale geboren und aufgewachsen ist er in Leipzig. 1996 machte er
das Abitur. Im Anschluss war er als Bauhelfer, Möbelträger und Wachmann tätig. Von
1998 bis 2003 studierte Clemens Meyer am Deutschen Literaturinstitut in
Leipzig. Das Studium finanzierte er sich selbst. 2001 erhielt Clemens Meyer für seine Erzählung
„Kinderspiele“ den 1. Preis des MDR-Literaturwettbewerbs. In „Kinderspiele“
erzählt Meyer die Geschichte einer zerstörten Kindheit, die von Alkohol, Gewalt
und Diebstählen geprägt ist. Die überarbeitete Fassung des Textes bildet das
erste Kapitel seines Debütromans „Als wir träumten“, den er als Diplomarbeit am
Deutschen Literaturinstitut einreichte.
2006 erschien im Fischer Verlag
sein autobiographischer Debütroman „Als wir träumten“, an dem Meyer mehr als
sechs Jahre gearbeitet hat. Für seinen im Jahr 2008 erschienenen
Kurzgeschichten-Band "Die Nacht, die Lichter" hat Clemens Meyer den
Preis der Leipziger Buchmesse für Belletristik bekommen. "Gewalten"
spielen eine Rolle im 2010 erschienen Tagebuch von Clemens. Mit seinem 2013
erschienenen Roman "Im Stein" wurde Clemens Meyer für den Deutschen
Buchpreis nominiert.
Im Stein, Clemens Meyer, S. Fischer Verlag, 560 Seiten,
22,99 €, ISBN: 978-3-10-048602-8
Montag, 28. Oktober 2013
Sonntag, 27. Oktober 2013
Was lese ich gerade?
Wo die wilden Kerle wohnen - Maurice Sendak (Diogenes-Verlag)
Max springt in der Wohnung herum, hat sich sein Wolfskostüm übergezogen und macht Unfug. Seine Mutter
schimpft ihn „wilder Kerl“ und schickt ihn ohne Abendessen ins Bett, weil er ein wenig frech geworden ist. Sein Zimmer verwandelt sich daraufhin in einen Wald. In einen großen, dichten, märchenhaften Wald. Er steigt in sein
Segelboot und fährt zu den wilden Kerlen. Die großen wilden Kerle lassen sich von ihm zähmen und ernennen ihn zu ihrem König. Aber Max
bekommt Heimweh und segelt zurück ... nach Hause. Wieder in seinem Zimmer
angekommen ... gibt es eine wunderbare Überraschung. :)
Wie bin ich zu dem Buch gekommen?
Den gleichnamigen Film habe ich mir schon ca. 3x angesehen. Der kleine Max, der gegen seine seine Mutter rebelliert, als diese einen neuen
Freund mit nach Hause bringt. Er flüchtet in eine Phantasiewelt, die von
wilden, überdimensionalen Kreaturen bevölkert wird. Wunderschön anzusehen. Und da ich mir hab sagen lassen, dass die Zeichnungen im Buch noch phantastischer und anregender sind, habe ich nicht lange gezögert.
Und es stimmt. Das Buch wurde vom Autor mit farbigen Federzeichnungen illustriert. Wunderschön anzusehen. Und 333 Wörter kann man getrost mal lesen ;).
Nicht nur für die Kleinen. Auch für Erwachsene.
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